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Die Magie der Fasnet

Die Faszination, die die Wolfacher Fasnet auf Einheimische wie auf Besucher gleichermaßen ausübt, lässt sich nur schwer beschreiben. Der vielbeschworene Narrogeist lockt mit zauberhaften Festspielmomenten, archaischem Gänsehautfeeling beim Wohlauf, magischen Beschwörungen beim Nasenzugende unter der Schlosshoflinde. Er steckt an wie ein Virus, wirkt euphorisierend wie ein unerwarteter Glücksmoment, weckt unerkannte Talente, reißt mit wie ein großer Strom und vereint Jung und Alt.

Wer zum ersten Mal die Wolfacher Fasnet erlebt, staunt über die Vielfalt der Hästräger, über Witz und Phantasie bei Zunftabend, Schnurren, Zunftball und Elfemessen. Er ist beeindruckt von der Schar der Narren und Zuschauer, die die Straßen füllen, sobald Böller und Michelesmarsch den Beginn eines Umzugs ankündigen. Und er lässt sich anstecken vom fröhlichen Treiben in den Wirtschaften nach dem Umzug.

Die Lust am Verkleiden, am Spielen, am Necken und Foppen, die Freude am Maskenlaufen und Musizieren, am Dichten und Umsetzen witziger Ideen scheinen die Wolfacher Kinder schon mit der Muttermilch aufzunehmen. Und in der Tat: ob beim Wohlauf, bei den Kaffeetantenumzügen, bei den Elfemessen, Festzug oder beim Nasenzug: die Kleinsten sind immer dabei, werden schon in den Chaisen (alten Kinderwagen) mitgenommen, laufen als Minitrommler oder mit der Spielzeugtrompete in der Narrenkapelle mit, hopsen als kleine Hansele mit den Eltern im Umzug und wachsen so ganz selbstverständlich in die Tradition der Fasnet hinein, von Kindesbeinen an.

Und die Freie Narrenzunft Wolfach tut alles, um den Narrensamen zu pflegen: Schon im Kindergarten werden die Kleinsten mit den Fasnetssprüchen vertraut gemacht, sie verkleiden sich – wie die Grundschulklassen – als Gruppen bei der Elfemess am Schmutzigen Dunnschdig, sie haben am Fasnetsdienstag ihren eigenen Umzug und ihren eigenen Ball, die Kinder haben ihre eigene Jungnarrenversammlung und ihren eigenen Jungnarrenrat und sie werden mit Brezeln beim „Heischen“ nach den Elfemessen und nach dem Kinderumzug mit Brezel und Wurst belohnt.

Und so erleben Fremde, dass in Wolfach Jung und Alt gemeinsam feiern, dass es so gut wie keine Auswüchse gibt. Die jungen Wolfacher aber wachsen in eine Gemeinschaft hinein, in Gruppen, die oft ein Leben lang nicht nur an der Fasnet, sondern das ganze Jahr über freundschaftlichen Kontakt halten. Dass die Fasnet nach innen und nach außen so unproblematisch über die Bühne geht, dafür sorgt die Freie Narrenzunft Wolfach und ihr Förderverein, die im Hintergrund die Organisation in der Hand haben. Wolfacher, die sich seit 200 Jahren im Kleinen und Großen Narrenrat, im Förderverein und in den verschiedenen Gruppen engagieren, stellen sich so der großen Verantwortung, die Fasnets-Tradition zu pflegen, sie aber auch weiter zu entwickeln und neuen Anforderungen anzupassen.
(Von Margarete Dieterle)

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Aktuelle Artikel

Das virtuelle Fastnachtsmuseum ist online!

„Warum feiern Menschen Fastnacht?“, das ist eine ganz zentrale Frage, die vor allem die „Nicht-Fastnachter“ umtreiben dürfte.

Für diese, aber genauso für die eingefleischten Närrinnen und Narren, gibt es jetzt ein neues virtuelles Museum, welches Antworten auf ganz viele Fragen gibt: Was haben Festen und Fasten gemeinsam? Wieso gibt es so viele Darstellungen von Tod und Teufel in der Fastnacht? Woher kommen die Hexen? Oder was ist eine Marotte?

Im Rahmen von museum4punkt0, welches durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wird, entwickelte das Fastnachtsmuseum Narrenschopf in Bad Dürrheim den neuen Webauftritt.

„Das ist natürlich kein Ersatz für einen Museumsbesuch, sondern eine schöne Ergänzung“, so Jan Brunnenkant, der an der Entwicklung maßgeblich beteiligt war. Dennoch dürfte es von Vorteil sein, dass der Besuch des virtuellen Museums unabhängig von Ort und Zeit möglich ist.

„Wir wollen die Leute einladen, wir wollen neugierig machen, informieren, Lust auf Fastnacht machen und mit Vorurteilen aufräumen. Fastnacht ist ein hochspannendes Thema, was sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt.“, erklärt Vera Jovic-Burger, Projektkoordinatorin im Narrenschopf.

Die wissenschaftlich fundierten Inhalte für das virtuelle Fastnachtsmuseum lieferte Prof. Werner Mezger, derzeit einer der größten Experten auf dem Gebiet der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, für die technische Umsetzung zeichnete Prof. Ullrich Dittler verantwortlich.

Ein weiteres lebendiges Element der Plattform ist der moderierte Kommunikationsraum. Der interaktive Bereich bietet Platz zum Diskutieren, Erzählen und zum Austausch. Und noch eine Besonderheit bietet die Webseite: Die Noten eines eigens komponierten Narrenmarsches stehen zum Download bereit. Jeder kann das Stück mit seinem Instrument einüben und anschließend als Video hochladen. Alle Einsendungen werden zu einer großen virtuellen Guggenmusik zusammengefügt. Vielleicht wird ja der ein oder andere durch die bevorstehende Fastnachtszeit inspiriert, Teil des großen Orchesters zu werden!

Ab sofort bietet das Fastnachtsmuseum Narrenschopf in Bad Dürrheim – ergänzend zur Ausstellung – Informationen, Austausch und Musik rund um die Fastnacht unter www.virtuelles-fastnachtsmuseum.de.

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