Alpenwanderung Alde Rungunkeln und Müller

Wolfach (pb) Einst kletterten die Alden Rungunkeln an Dachrinnen, Hausvorsprüngen, Fensterläden oder kurz allem was sich zum Klettern anbot hoch. Keine Hausfassade war vor den alden Wiebern sicher.

Heute erklimmen die buckligen Wieber die „Dächer“ der Alpen. Schon traditionell  stand kürzlich wieder eine Alpenwanderung im außernärrischen Rungunkelfahrplan; Spaß, kameradschaftliche Unterhaltung, beste Laune und Höhenrausch waren die Gradmesser der lustig-launigen Wanderschar. 22 rüstige Rungunkeln und Müller machten sich vom 14. bis 16. Juli  auf die Wanderroute vom Wildental über die Kemptner Scharte ins Gemsteltal. Dabei verhieß die Hinfahrt nichts Gutes! Bei Dauerregen glichen die Rungunkelgesichter am Freitag auf der Fahrt noch dem „Schramberger Bruele“.

Doch am Samstag hatten die „Schäfenverbrenner“ der Freien Narrenzunft Wolfach, regelrechtes Narrenglück. Ein vorsichtiger Blick aus dem Aparthotel und schon lichteten sich die Gesichter. Ohne Regen ging es nach kurzer Fahrt ins Kleinwalsertal zur Haltstelle Schwende. Vielleicht lag das gute Wetter auch am abends mit dem PKW „eingeflogenen“ Schirmherr, Bürgermeister Thomas Geppert. Über das Bergheim Moser, das wohl nur zufällig nach Thomas Gepperts Vorgänger benannt ist, wanderten Rungunkeln und Müller einträchtig ins Wildental. Nach dem bewirtschafteten Kiesweg war die Fluchtalpe auf 1290 Meter und damit der erste Aufstieg in Sichtweite. Schweißtreibend erklommen die närrischen Konditionswunder den Serpentinenanstieg.

Obwohl normalerweise eher auf Bier „programmiert“ war der atemberaubende Wasserfall am Ende des Anstiegs eine doppelt willkommene Belohnung. Kühle Erfrischung für den Körper und Blickfang für die Augen ging es für die 22 köpfige Wanderschar zur hinteren Wildenalpe auf 1777 Metern weiter. Herrlich war auch der anschließende Marsch über grüne Wiesen und das vor den Rungunkeln gelegene Hochtal.

Bei einer kleinen Verschnaufpause genossen die Alden Wieber und Müller die herrlichen Blicke ins Wildental, sowie auf das Bergmassiv von Schafalpenköpfe, Elfer – und Zwölferkopf. Die Wolken lockerten zwar immer wieder auf, doch mystisch aufsteigende Nebel verhinderten immer wieder die Sicht auf die faszinierende Bergwelt. Den Wanderern tat´s keinen Abbruch, schließlich stand vor den Wolfacher Kilometerfressern schon der nächste steile Anstieg auf die Kemptner Scharte bevor. Fortan war neben gutem Schuhwerk auch echte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert. Zahlreiche mit Seilen unterstützte Abschnitte leisteten wertvolle und willkommene Unterstützung für die Sicherheit.

Als die 22 närrischen Gipfelstürmer endlich in 2103 Metern auf der Kemptner Scharte angekommen waren, konnten sie schon die Mindelheimer Hütte auf 2013 Metern Höhe ausmachen. Pünktlich um 12.00 Uhr hieß es dann auch verdiente Mittagsrast mit Stärkung. Der nächste Abschnitt für die Wanderschar war das Gemsteltal, ehe es nach einer kurzen Erholungsphase erneut bergauf ging. Mit dem Anstieg auf den Koblat in 2230 Metern war auch gleichzeitig  der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Als Belohnung für den vergossenen Schweiß riss dann auch der Himmel auf. Die immer besser werdende Sicht entschädigte für den deftigen Aufstieg. Blicke auf Widderstein, Allgäuer Alpen und den Bregenzerwald waren ein einmalig, herrliches Panorama. Die Alpen schienen sich nur für die Alden Rungunkeln und Müller majestätisch aufgebaut zu haben.

Weiter ging es für die alpinen Wolfacher unterhalb des Geißhorngipfels, vorbei an der „Sterzer Hütte“, einer Jagdhütte zur oberen Gemstelalpe auf 1694 Metern. Wanderführer Ewald Rauber, der die Tour zuvor abgelaufen war, hatte aber noch kein Erbarmen mit den schwerer werdenden Rungunkelwaden. In Kehren hieß es weiter steil hinunter  ins Gemsteltal und zur hinteren Gemsteltalhütte auf 1320 Metern zu wandern. Dort wurden die müden Wanderer herzlich von Sabine und Matthias zur verdienten Einkehr empfangen. Inzwischen war es 16.00 Uhr und das Aparthotel diente der verdienten Erfrischung, ehe sich die 22 Wolfacher zum zünftigen Abendessen versammelten. Sechs Stunden reine Wanderzeit ohne das Kemptner Köpfle und das Geishorn eingerechnet saß nun in den Gliedern der „buckligen“ alden Wieber. Trotz Terminstress ließ es sich Schirmherr Thomas Geppert, als selbst leidenschaftliche Rungunkel nicht nehmen ab 20.15 Uhr in die gemütliche Runde der Alden Rungunkeln und Müller zu stoßen.

Dank modernster Technik können die Rungunkeln im Nachgang mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. 17.95 Kilometer Wanderweg, 6,5 Stunden Laufzeit, von einer Ausgangshöhe auf 1202 Metern leisteten die „närrischen Gemsen“ 1234 Höhenmeter aufwärts und dann natürlich auch wieder nach unten. Spannend auch der Kalorienverbrauch von 5264 kcal, die beim Abendessen unbestätigter weise sofort wieder mit einem leichten Plus zugenommen wurden. Auch das mit 683 Gramm verbrannte Fett wurde vermutlich beim gemütlichen Teil direkt wieder in die ausgemergelten Rungunkelkörper zugeschossen. Beeindruckend auch, dass die Rungunkeln bei 38343 Schritten, 1092 Liter Sauerstoff verbraucht haben.

Wieviel Liter Bier und andere Flüssigkeiten die trinkfesten Wanderer verbraucht haben ist leider nicht überliefert. Überliefert ist aber, dass alle 22 Alden Rungunkeln, Müller und Schirmherr Bürgermeister Thomas Geppert zwei schöne, unvergessliche Tage gemeinsam hatten.

Schon jetzt heißt es „Holadijödeldihöh“ auf ein Neues 2018

Nach kurzer Nacht und Frühstück um „Acht“ rief nun das Walmendinger Horn zum Aufstieg für die Rungunkeln. Die ersten Kilometer machten die Wanderer mit dem Kleinwalsertalbus, ehe der Zaferna Sessellift die nun 23 köpfige Wanderschar auf die Sonnalp in 1420 Metern entschweben ließ.

Der Wanderweg führte dann über die Bühlalpe, Stulzalpe zum Walmendinger Horn auf 2039 Meter. Auch hier konnten die Rungunkeln wieder einen einzigartigen Blick auf die umliegende Bergwelt genießen.

Bei einer Einkehr auf der Restaurantterasse konnten sich die Wolfacher am herrlichen Panorama kaum satt sehen. Um die Kräfte zu schonen wurde zum „Abstieg“ die Walmendinger Hornbahn bevorzugt. Mit herrlichen Eindrücken starteten die Alden Rungunkeln und Müller am frühen Nachmittag wieder nach Wolfach, wo man die drei herrlichen Tage im Hotel „Krone“ noch einmal Revue passieren ließ.